es gibt sie noch

13Dez2017

Tatsächlich. Wir sind weder zurück in Deutschland noch ist uns was passiert. 

Was nicht ganz stimmt, denn es ist grundlegendes passiert:

Ich müsste eigentlich unseren Titel von 3Wölffe auf 4Wölffe ändern! Tadaa! 

Deshalb ist das erste Lebenszeichen von uns nach Monaten dieser Baby-Blog.

Unser Töchterchen ist am 4.11. zur Welt gekommen, wir sind also schon über 5 Wochen Eltern. Wahnsinn, was das alles verändert. Klar, das weiß man ja vorher, dass nichts mehr ist wie es mal war. Aber was das wirklich bedeutet lernen wir jeden Tag neu und einiges stellt man sich vorher nunmal komplett anders vor, zum Beispiel hab ich gedacht, dass ich es hinbekomme ohne Hilfe was zu essen, oder zu trinken, oder mal ins Bad zu verschwinden. Das liegt nicht daran, dass man wahnsinnig am rotieren wäre. Im Gegenteil. Der eigene Aktionsradius schränkt sich enorm ein, wenn Baby auf Mama und Papa wohnt und sich die meiste Zeit nicht wirklich auf unbelebte Unterlage ablegen lässt ohne nach kürzester Zeit richtig Rabatz zu machen. Aber die Hormone machen, dass ich das nicht schlimm finde. Super Sache! Auch den berüchtigten Schlafmangel haben wir uns schlimmer vorgestellt. Das ist auch immer die erste Frage:" und, wie ists so mit der Müdigkeit?" Wie vorher. Fakt ist: derjenige der stillt kann maximal 3h am Stück schlafen. Aber ich hab mich erstaunlich gut daran gewöhnt. 

Grundlegend kann ich sagen, dass ein Baby bekommen in China, bzw. in Peking kein Problem ist. Die Vorsorgeuntersuchungen, bei unserer nebenbei bemerkt deutschen Ärztin, und die Geburt in der Klinik wurden nach modernsten Erkenntnissen durchgeführt. Qualitativ braucht man hier wirklich keine Bedenken zu haben. Preislich gesehen ist die Behandlung in internationalen Kliniken allerdings enorm teuer...

Wir mussten sogar einen Zuschlag für ein besonders großes und schweres Baby zahlen. Da fühlte ich mich an Studienzeiten erinnert, wo man für einen besonders vollen Nudelteller in der Mensa einen "Big"-Zuschlag zahlen musste. Von Renés Arbeitskollegen wurde ich deshalb als Superheldin deklariert. Aber ich weiß auch nicht wie das passieren konnte, 4450g und 54cm, natürliche Geburt nach 18h. Wikingergene?! Wer weiß. 

Ich kann im übrigen nicht bestätigen, dass man nach der Geburt "alles vergessen" hat.

Wer sich mal überraschen lassen möchte, oder generell nicht/nicht mehr am Kinderkriegen interessiert ist überspringt jetzt bis zum nächsten Absatz.

Ich leide nicht an plötzlich eintretender hormoneller Demenz, nein, ich werde niemals vergessen, dass ich mir nach den ersten 3h Wehen sicher war das würde ich niemals überleben. Sämtliche Kurse die ich zur Vorbereitung hier gemacht hab, Labour Coaching, Hypnobirthing..HA! Nichts bereitet einen darauf vor. Die gängige Schmerzskala von 1-10, wobei 10 "den am stärksten vorstellbaren Schmerz" beschreibt, habe ich als Scherz empfunden als ich danach gefragt wurde, diese Schmerzen sind nicht vorstellbar. Die Presswehen waren dagegen der reinste Urlaub. Ich denke auch nicht, dass Gewicht und Länge des Babys für die Geburt an sich relevant sind. Aber genug der Details die Menschen verschrecken! 

Ging alles gut, ich kann mich nicht beklagen, so ein süßer Fratz!

Ach, ich könnte noch soviel schreiben, oder zeigen. Wie alle stolzen Eltern haben wir ca 1Millionen Fotos, aber keins werden wir hier posten. Allzu Baby-lastig soll es nicht werden. 

Deshalb war's das fürs erste von unserem neuen Leben,

bis dahin

 

 

der Rückflug

13Aug2017

Warum schreibt man für so etwas wie einen Rückflug vom Urlaub nochmal einen extra Blogeintrag?

Weil es fast nochmal ein extra Urlaub war, auf jeden Fall aber ein Erlebnis. 

Unser Flug sollte am frühen Nachmittag von Cairns über HongKong (mit einer guten Stunde Aufenthalt) nach Peking gehen. Dort wären am selben Tag kurz vor Mitternacht gelandet und nächsten Tag normal arbeiten gegangen.

Wären.

Wenn unsere Maschine aus Cairns ansatzweise pünktlich gestartet wär. Ist sie aber nicht. Es gab mehrere Versionen warum der Flieger aus Hongkong nicht pünktlich in Cairns gelandet ist um dann wieder zurück nach Hongkong zu fliegen. Unwetter, medizinische Probleme eines Passagiers,...was auch immer. Es kam letztendlich zu guten 4h Verspätung. Aber wir wurden auffällig gut vom Flughafenpersonal in Cairns behandelt. Erst bekamen wir die besten Sitze mit extra viel Platz in der Economy-für lau. Dazu Essensgutscheine fürs Flughafenrestaurant. Dort gab es nach dem Einfallen der hungrigen Chinesen, die das gleiche Schicksal wie wir teilten, keine einzige Fertig-Nudelsuppe im Pappbecher (und auch nicht in ganz Queensland) mehr zu kaufen. Trotz des stolzen Fantasiepreises von 18$. Aber Chinesen brauchen mittags nunmal Nudelsuppe. Egal wo, egal zu welchem Preis. Das wussten auch die Restaurantbetreiber, die ihren Laden sicherlich den Rest des Monats hätten schließen können. Und schließlich durften wir zuerst ins Flugzeug, noch bevor zum Boarding aufgerufen wurde und es eigentlich fertig war (das bedeutet auf Flügen nach China Platz fürs eigene Handgepäck zu haben)..Wir hatten das Gefühl es lag ein bisschen daran, dass wir letztendlich die einzigen Nicht-Chinesen im Flugzeug waren..

Wir hatten scheinbar sehr viel Glück! Der Flug nach Hongkong verlief, bis auf ziemlich viele Luftlöcher, auch wirklich gut und sehr entspannt. Unser Anschlussflieger war natürlich schon stundenlang weg. Das Ende der Glückssträhne. Und wann soll nun der nächste Flug gehen?

"Morgen früh 7:20"

"Na toll. Auf dem Flughafen schlafen kommt mir nicht in die Tüte, die sollen zusehen. "

Da das Hongkong-Team ja wusste, dass die Passagiere nach Peking erst am nächsten Morgen weiterfliegen können, hatten sie einen guten Zeitpuffer um sich was auszudenken, was die Leute bei Laune hält, quasi um ein Hotel zu organisieren. Das passiert schließlich öfter, dafür gibt es einen Plan. Denkt man. Nun befanden wir uns allerdings wieder in China. Zwar im unabhängigen Hongkong, aber das sagte hier nichts aus, wie sich herausstellte. Problemlösung auf Chinesisch war die Folge. Das inkludiert sehr viel Zeit, viele Menschen, eine Menge Schulterzucken, noch mehr Entschuldigungen und warten, warten, warten auf die Dinge die da kommen. Oder bis zufällig jemand vorbeikommt der entweder weiß was zu tun ist oder nach Dienstschluss nicht schnell genug nach Hause gegangen ist und abgefangen wird. Ich nutze die Zeit um schonmal im Internet nach Möglichkeiten zu suchen unsere unfreiwillige "one Night in Hongkong" wenigstens etwas zu zelebrieren indem ich plane wie wir noch in die Stadt fahren um was zu sehen. Mensch, was man noch alles machen kann! Meine Ideen überschlagen sich, schon eine tolle Stadt, was ich so lese. René ist hingegen völlig bedient. Eigentlich sollten wir zum jetzigen Zeitpunkt schon fast in Peking sein..

Nach stundenlanger Organisation eines Hotels in der Nähe des Flughafens und dem Transfer dorthin steht unsere kleine Chinesisch-deutsche Reisegruppe bei gefühlten 40Grad und 90% Luftfeuchtigkeit endlich am Busstand und wartet mit Vouchern ausgestattet auf den Transfer. Schade nur, dass außer Bussen, die uns nicht mitnehmen wollen, da sie andere Hotels anfahren, keiner mehr kommt. Es dauerte eine halbe Stunde in dieser Sauna um das herausfinden. Auf dem Voucher steht ganz klein auf der Rückseite, dass der letzte Bustransfer für unser Hotel um 23Uhr fährt. Ausgestellt um 22:56. Für soviel Kompetenz verdient der nette Herr, der stundenlang gebraucht hat um diesen Voucher auszustellen wirklich keinen Orden. Und nun passierte, was in jedem Horrorfilm passiert bevor das Schicksal weiter seinen Lauf nimmt. Die Gruppe trennt sich auf um Hilfe zu holen. 

Was die insgesamt 4 jungen Männer erreichten, die nacheinander den Rest der Gruppe (Chinesinnen und die beiden Deutschen) verließen, wissen wir nicht. Haben wir auch nicht erfahren. Die mit uns zurückgelassenen sehr netten Damen schafften es jedenfalls besagte Flughafenmitarbeiterin vom Feierabend abzufangen um uns Taxifahrten zu organisieren. Die Mitarbeiterin war pappensatt und zeigte das auch, aber uns hatte ja auch keiner gefragt, ob wir das noch gut finden. Nach vielen sehr erzürnten Telefonaten und nochmal langer Wartezeit hatte sie scheinbar die Taxigutscheine bekommen, unsere männlichen Begleiter tauchten auch nach einer Weile wieder aus den unendlichen Weiten des Flughafens auf und wir durften endlich ins Taxi. Nach fast 4h auf dem Flughafen und der Taxifahrt von unglaublichen 5min ("Hätte mir das einer vorher erzählt, ich wär dahin gelaufen *#☠️✖️🗯!") fielen wir totmüde in unsere unheimlich komfortablen Betten unseres wirklich sehr stylischen, tollen Hotelzimmers. Für ganze 3h. Denn um 6Uhr mussten wir schonwieder zum Flughafen, wo wieder alles reibungslos klappte.

Trotzdem war das dann leider irgendwie nix mit 'one Night in Hongkong'.

 

Gegen Mittag hatten wir es dann endlich geschafft. Sogar unsere Koffer kamen mit uns in Peking an. Na immerhin. Unser Hündchen kam etwas dicker als vorher aus seinem Urlaubbeim Australier im Hundeparadies, er hatte wohl auch eine schöne Zeit.

 

 

Audalia du bist so wunderbar

04Aug2017

 Warnung, es folgt ein seeehr langer Eintrag, ist ja auch eine Weile her inzwischen...

Unser Urlaub ist leider vorbei und wir sind trotz einiger Verzögerung, dazu später mehr, wohlbehalten wieder in Peking angekommen. Nach nun angemessener Zeit des Verarbeitens der Eindrücke und in Erinnerungen schwelgen nun der versprochene Blog dazu.

Die Flugzeit ging ziemlich sschnell vorüber, der Pilot hat sich scheinbar auch besonders beeilt. Unsere Abholung am winzigen Flughafen in Cairns verlief reibungslos- links fahren-haha! René freut sich. Ich mich auch, aber eher weil wir auf dem Weg zum Hafen schon einige typisch australische Strassenschilder und die obligatorischen Wallabies (kleine Känguruh-Art) in tropischem Ambiente sehen. Zeit für ein Mittagessen am Pier bleib auch noch. Riesige Portionen, relativ fettig, für soviel Essen ist der Preis schon angemessen. Ich hab ja schon im Flugzeug über die horizontalen Ausmaße einiger scheinbar Einheimischer gestaunt, aber hier wirds nochmal deutlich. Aber kein Wunder, das Essen ist in Menge und Kaloriengehalt schon etwas amerikanisch-englisch angehaucht, was wir im Laufe der Reise immerwieder feststellen. Na, mal sehen ob das auch auf unser einsames Inselresort zutrifft, wo wir die nächsten Tage untergebracht sind, ohne Möglichkeit woanders etwas Essbares zu beschaffen falls es uns nicht reicht..

Aber nun auf zur lustigen Bootstour nach Green Island. Nach fast einer Stunde Fahrt durch Wasser wie wir es noch nie in solchen herrlichen Farben gesehen haben, werden wir am Steg begrüßt, einchecken, duschen, schlafen. Hä? Etwas müde sind wir schon..Aber nur ganz kurz, denn wir wollen ja die Fischfütterung nicht verpassen! Es haben sich schon viele Hotelgäste am Steg versammelt als wir eintrudeln, die bunten Fische bekommen Abendessen während uns erklärt wird was denn da umherschwimmt. Sogar ein Riffhai kommt mal gucken. Danach können wir mit Cocktails in der Hand anschauen wie die Sonne im türkisblauen Meer versinkt....haaach!

Inselchen 

Nach unserem superleckeren viele-Sterne- Abendessen haben sich die Sorgen um die Essensbeschaffung in Luft aufgelöst, denn mit normal ausgestattetem Magen sind die Portionen auch hier nicht zu schaffen. Anschließend machen wir noch eine vom Ranger geführte Wanderung über das Inselchen und hören vor welchem der anwesenden Vögel wir unser Frühstückswürstchen verstecken sollten, versuchen Krabben am Strand zu fangen und finden Meeresschildkröten im Wasser. Die nächsten Tage entdecken wir die Unterwasserwelt per Schnorchel. Wir schwimmen durch Fischschwärme, sehen Riesenmuscheln, bunte Korallen und viele viele bunte Fische. René trifft sogar eine Meeresschildkröte beim Algen-grasen. Trotz Lichtschutzfaktor 50 und nur im Wasser bzw. im Schatten und wolkigem Himmel verbrennen wir uns beide sofort...Also ziehen wir dann die nächsten Tage doch mal besser einen Schnorchel-Ganzkörper-Catsuit an. An unserem Hochzeitstag dinieren wir mit beeindruckend ausgestattetem Picknickkorb vom Hotel am einsamen Strand, versuchen den Sonnenuntergang fotografisch festzuhalten und sehen immerwieder Schildkrötenköpfe aus dem Wasser ragen. Ob zum Luftholen oder aus Neugier- wer weiß. René lässt sich an einem Tag dazu hinreißen einen Tauch-Schnupperkurs zu machen- direkt im Meer an einem kleinen Riff- und damit ist dann auch die Wahl des nächsten Hobbies besiegelt.

Die Insel beherbergt ausserdem einen kleinen, seit Jahrzehnten familienbetriebenen Krokodilpark, der gleichzeitig eine riesige Kunstsammlung enthält, die der Gründer von seinen Aufenthalten in Melanesien mitgebracht hat. Und das größte in Gefangenschaft lebende Krokodil der Welt. Der über 110 jahre alte Cassius ist knapp 5,50 lang und wiegt rund 1t. Und wir haben zugesehen wies isst. Ich dachte immer die Leute in Hollywood machen sich ganz schön einen vor wenn sie Tiergeräusche in Filmen darstellen, man denke an Godzilla. Aber ein Krokodil kann beim Fressen tatsächlich sehr, wirklich sehr gruselige Geräusche von sich geben! Weil wir alle so Angst nach der Fütterung hatten, durften die ganz Tapferen noch ein Babykrokodil halten, natürlich mit Beweisfoto. Soll heißen - ich hab jetzt so ein Foto. Krokodil-knuddeln: abgehakt.

grrrr

Nach einigen Tagen verlassen wir unser Paradies und schecken nächsten Hotel ein. Das liegt auf dem Festland eingebettet in undurchdringlichem Dschungel und trotzdem direkt am Strand. Morgens und abends grast dort eine Wallabiefamilie vorm Restaurant, tagsüber flattern Kakadus über den Strand und nachts hören wir äußerst seltsame, fast menschliche, schreiartige Geräusche von bodenbewohnenden Hühnertieren...es hat eine Nacht gedauert bis wir uns sicher waren, dass diese Geräusche nicht vom Nachbarbungalow kommen..und dann sind da noch die Hunderte Flughunde die in der Dämmerung einen Heidenlärm machen können. Fast so laut wie unsere Pekinger Zikaden-oder was auch immer da im Hochsommer in jedem Baum sitzt. Dschungelfeeling pur!

Erstaunlich ist es, dass wir auf unseren Touren gleich mehrere ausgewanderte Schweizer treffen. Auf dem Markt(Backpacker, Hippies, Aussteiger bzw. alles in einem), bei der Autovermietung("internationaler Führerschein?brauchen se nicht, sind ja Deutsche""gut haben wa auch nicht!"), im Regenwaldtierpark(Koala, Känguruh und die bestimmt liebsten Dingos der Welt geknuddelt-Check). Alles äußerst nette hilfsbereite Menschen, wie alle Australier mit denen wir uns unterhalten. Sich unterhalten! Völlig unkompliziert, überall, jeder versteht uns! Was man so zu schätzen lernt...

  so schöne Wimpern hat der Cassowary

Ansonsten unternehmen wir noch eine schöne Wanderung aka "Abkürzung" zum nächsten Italiener, durch den Dschungel/Strand bei Ebbe und mit Bedenken wann nochmal die Flut einsetzt und wir definitiv ein Problem bekommen..eine Autofahrt entlang schönster OceanRoad durch den Daintree Rainforest zum Cape Tribulation, welches uns dann doch nicht so vom Hocker riss, aber einen tollen Sonnenuntergang bescherte, ein bisschen Hinterland und Wasserfälle gucken, Stadtbummel durch die Backpacker-Hochburg Cairns und unser absolutes Highlight (nicht nur von unserem Urlaub und Australien sondern überhaupt): eine Schnorcheltour zum äußeren Great Barrier Reef. Eigentlich waren wir ja schon auf unserem Inselchen im Riff Schnorcheln und tauchen. Aber was uns dort erwartete war nicht vergleichbar. Es kam uns ein bisschen vor, als kenne man Leben lang nur Omas Goldfischglas und steht dann plötzlich im SeaWorld. Mit dem Boot (voller Backpacker), führen ihr dafür fast 3h aufs offene Meer. Unterwegs begegneten wir schonmal Buckelwalen, was mir vor Begeisterung fast die Tränen in die Augen trieb. Außerdem hatte ich etwas Angst, dass die unser Boot umkippen. Soll vorkommen. Solche riesigen Tiere, meine Güte, das glaubt man auch erst wenn man es live sieht. Und dabei waren sie noch ein gutes Stück weg.

 

Nach dem Ankern im blauesten Wasser überhaupt schmissen wir uns in Schnorchel-Catsuits, Flossen und Masken und los gings- kurz zum Riff gepaddelt, Kopf unter Wasser... Luft angehalten. HUGH!! Wir versuchten unseren Schnorchelguides nach dem ersten Blick mitzuteilen wie wir finden was wir sehen. Ich war sprachlos, versuchte dennoch englische Worte zu finden und stammelte was von :" what the.., this is, I never.." ach hat keinen Sinn, der weiß ja wie es da unter uns aussieht. Und René ist gar nicht mehr aufgetaucht. Man kann schlecht in Worte fassen welche unglaubliche fantastische Welt sich dort befindet, aber es hat uns umgehauen und wohl für die meisten Tauchspots unserer Erde versaut. 

Weil der Abschluss unserer, auf mehreren Ebenen, bewusstseinserweiternden Reise nochmal etwas Platz benötigen wird, gibt es hierfür besser den nächsten Blogeintrag: Der Rückflug. 

Urlaub

03Juli2017

 

Schon wieder Urlaub! Nunja, sagen wir mal, es bot sich an. 

Ein Grund mag das Klima sein. Ich hab mal spaßeshalber das Wetter auf sämtlichen Erdteilen verglichen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es momentan in Peking das gleiche ist wie in AbuDhabi. Also falls noch jemand mit dem Gedanken gespielt haben sollte seinen Sommerurlaub bei uns zu verbringen- schlechte Idee, das ist die Zeit in er hier auch alle flüchten. In Peking ist grad große Urlaubssaison, das nächste Mal ist das so um Weihnachten und den Jahreswechsel. Kaum einer bleibt hier. Das inkludiert uns, denn wir fliegen morgen nach Australien ans Great Barrier Reef. Hätte ja nie gedacht, dass wir mal in die Tropen fahren um uns dort etwas abzukühlen..

Ausserdem nutzen wir die Reise gleich mal als (sehr) verspätete Flitterwochen und können dort sogar gleich unseren ersten Hochzeitstag feiern, wow, schon ein Jahr...

Für mich geht auch ein Lebenstraum in Erfüllung, da ich in meiner Kindheit natürlich sehr lange Zeit Meeresbiologin werden wollte nachdem ich zahlreiche Dokumentationen übers Korallenriff gesehen hab. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr auf einen entspannten Urlaub mit Nemo, Krokodilen und Koalas, mal sehen mit wem davon wir tatsächlich mal kuscheln können.

Danach dürft ihr auf unseren Urlaubsbericht gespannt sein.

Mit diesen schönen Worten meines zufrieden zeitunglesenden und dabei kaffeschlürfenden Ehemanns möchten wir uns nun verabschieden:"hättest du damals gedacht, dass wir beide kurz vor unserem Hochzeitstag am chinesischen Airport sitzen und Blog schreiben?" " Nee, ich hätt dir nen Vogel gezeigt."

Mauer-Camping

26Juni2017

Das Unwetter war zum Wochenende vorbei.

Also nutzten wir die gesunkenen Temperaturen um mal wieder zur Mauer zu fahren. Diesmal an einen anderen Abschnitt, der nicht restauriert ist und wo kein Verkaufsdorf voller Souvenirs vorgelagert ist und der daher für die meisten "mal-eben-die-Mauer-sehen-Touristen" eher nicht so infrage kommt.

Dafür ist dieser Abschnitt aber umso schöner und besser geeignet für unseren Plan dort zu campen.

Nachmittags, nach knapp 2h Autofahrt erreichen wir Goubeikou und wandern mit Freunden noch etwas durchs Dörfchen auf der Suche nach einem zeitigen Abendessen. Wir werden fündig in einem kleinen Hof mit angegliederter Schlafmöglichkeit für Gäste. Das heisst, wir sitzen direkt neben der Schlafmöglichkeit (sehr praktisch mit Glaswand damit man gleich sieht ob da schon wer schläft-im Moment) im Innenhof, unter der Wäscheleine inklusive dem obligatorischen pinken Schlüpfer. Nach unserer Bestellung beginnt die Hausherrin schonmal an den Wok aufzuheizen während ihr Gatte mal noch eben ein paar Frühlingszwiebeln aus dem Garten holt und schnell einkaufen geht. Wir haben eindeutig zuviel bestellt, aber es soll auch die letzte Mahlzeit heute sein, also rein was geht.

Danach schnappen wir uns unser Marschgepäck und wandern zur Mauer. Der Aufstieg ist schon ziemlich fordernd, aber wir werden mit einer wunderschönen Aussicht belohnt und können nun auf der Mauer entlangwandern.

 

 

Wir finden einen Wachturm der noch unbesetzt ist von Menschen die den gleichen Plan haben. Viele Fotografen stehen noch auf der Mauer um die letzten Sonnenstrahlen einzufangen. Wir bereiten uns unser Nachtlager, stellen den Wecker auf Sonnenaufgang und nach guten Gesprächen unter sternenklarem Himmel gehts für die Mädels ins Zelt, die Männer bewachen uns davor bzw. aufgrund Ermangelung eines zweiten Zeltes, was während dem Auto-einladen in Peking irgendwie abhanden gekommen ist...

 

 Die Nacht war trotz zeitigen Zubettgehens ziemlich kurz und nicht ganz so gemütlich, aber den Sonnenaufgang kann man auch gerädert geniessen.

 

Gegen 6 Uhr morgens befinden wir uns schonwieder auf dem Rückweg von diesem tollen Erlebnis.

Haben wir das auch mal gemacht. Wir können es auf jeden Fall empfehlen! Ausserdem sind wir schliesslich schon gegen 9 zuhause, das heisst wir haben noch den ganzen Sonntag vor uns! Toll!

 

Der Thunderstooorm

23Juni2017

Was es hier alles für Alarme gibt. Smog, Sandsturm und nun auch Thunderstorm- was soviel heisst wie Unwetter.

Also wenn es regnet, dann scheinbar richtig.

Am Mittwoch wurde besagte offizielle Warnung herausgegeben, da das schlimmste Unwetter seit 6 Jahren erwartet wird mit hohen Regenmengen, Flutgefahr, Erdrutschen und was so dazugehört. Damals sind sogar zig Menschen bei einem Unwetter umgekommen, daher das Frühwarnsystem und die Empfehlung besser zuhaus zu bleiben.

Dann regnete es. Nein, es schüttete. Und zwar den ganzen Tag, so dass Garten und Compound einige Zentimeter unter Wasser standen. Die Idee, den Hund in seinen chicken Regenmantel (es gibt kein Foto, er findet das Ding superpeinlich weil er damit aussieht wie Mr.Gadget) und mich in Badelatschen in die Fluten zu stürzen fand nicht sonderlich viel Anklang. Aber wenn es regnet finde ich das gesundheitlich erstmal unbedenklicher, als bei 500er Smogwerten spazieren zu gehen. Also Hund, kein Grund nicht vor die Tür zu gehen. Ich komm schliesslich auch mit. Und solang der Beaglebauch noch nicht im Wasser hängt sollte man die Gelegenheit nutzen.

Während unserer Outdoorabenteuer erlebt mein Gatte seine persönlichen Wasserspiele. Er ist nämlich zu dem Zeitpunkt auf Dienstreise und bangt wegen dem Unwetter um seinen Rückflug. Ende vom Lied ist, dass die Truppe mit dem Schnellzug fahren muss, was die Ankunft einen halben Tag verzögert.

Die ganze Nacht hat es ziemlich stark geregnet und gewittert, die Geckos haben sich in unser Haus geflüchtet (ich hoffe nur die..), aber wir sind nicht weggeschwommen. Heute geht es in abgschwächter Form weiter mit Regen. Laut Berichterstattung blieben die Schäden, trotz zahlreicher Fotos von überfluteten Strassen mit zum Teil knietiefem Wasser, bisher hinter den Erwartungen. Wir hoffen mal, dass es das war.

Man kann es auch positiv sehen, immerhin hat es sich jetzt auf 20Grad abgekühlt, man kann die Klimaanlage abschalten und lüften hat wieder einen Sinn.

 In Deutschland soll es ja grad kaum anders sein, wir wünschen euch das Beste!

 

 

 

Heimaturlaub Teil2

12Juni2017

In Berlin angekommen freuten wir uns erstmal darüber wie klein und niedlich doch alles erscheint, und so heimisch! Einfach einreisen, innerhalb von 3min die Koffer bekommen und eine weitere Minute später schon draussen in der Sonne stehen. Wie unkompliziert!

Bei der Fahrt vom Flughafen ins Elternhaus durfte René gleich seine neu erworbenen chinesischen Autofahrstil zur Schau stellen, unter großem Protest meinerseits. Aber autofahren wie mans mal gelernt hat, vergisst man trotz allem nicht.

Es folgten mehrere Tage purer Entspannung und mit gutem heimischen Wunschessen (ich sag nur: Knulle Quark, Rotkohl wie die Muttis ihn machen und Döner!), die wir fast ausschliesslich draussen an der frischen Luft bei schönstem Sommerwetter verbrachten. Wir mussten uns zwar etwas zerteilen, da sich die Events überschlugen, aber letztendlich haben wir es geschafft auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen (wovon ein Event tatsächlich eine Hochzeit war: ihr Lieben, wir haben es wirklich sehr genossen dabei sein zu können!). Einige Freunde konnten wir leider nicht sehen, da der Zeitplan doch recht straff war, aber bei den lieben Menschen mit denen wir ein paar schöne Stunden verbringen konnten fühlte es sich an, als wären wir vorher nur mal eben im Urlaub weggewesen.

natürlich waren wir frühstücken im Zoo

Immerwieder wenn etwas Zeit war kauften wir Dinge ein, die es in Peking entweder gar nicht gibt, sehr schwer zu finden oder zu horrenden Preisen importiert werden. Daher unser massives Ausreisegepäck, aber war ja so eingeplant! Kaum zu glauben, wie glücklich einen doch der Anblick von simplem Mohnback im Supermarkt und einem deutschsprachigen Buch (oder die Simpsons auf deutsch gucken!) macht, oder vor dem Haarpflegeregal in der Drogerie zu stehen, Wahnsinn, was es inzwischen alles Neues gibt..! Taxfree wo es nur geht, da wir ja sei geraumer Zeit ( offiziell 1 Woche vor der Heimreise *räusper*) nur noch Wohnsitz in China haben, aber so richtig gelohnt hat sich das für uns eigentlich nicht. Kann daran liegen, dass uns der Ablauf am Flughafen nicht ganz vertraut war und wir damit über 1h zubrachten um unser Geld wiederzubekommen. Vielleicht lag es auch daran, dass wir uns nicht wie die Chinesen, die sich mit uns und ihrem "Handgepäck" den Rückflug nach Peking teilten, ordentlich bei Gucci, Prada und weiss Gott noch alles eingedeckt hatten. Nach dem Motto: je mehr ich ausgebe, desto mehr Geld bekomm ich wieder. Aber ins versteh ich wirklich nicht. Warum, in aller Welt, kaufen Chinesen in Deutschland mehrteilige Wok-Sets in allen Größen? Wir können am Gate nur die Köpfe schütteln, was da alles als Handgepäck in die Kabine verstaut werden soll...Aber nicht nur wir, auch die Flughafenmitarbeiter halten sich bloss lachend die Hände vors Gesicht. Als gäb es in China nix zu kaufen...oder: sie wissen auch was gut ist?

Flugzeuge, die nach China fliegen werden bestimmt grundsätzlich noch mal extra betankt, damit man wegen des ganzen Zusatzgewichts nicht schon in der Mongolei runterfällt. Von daher kamen wir heil wieder in Peking an und hofften, dass der Zoll auch diesmal wieder alle Koffer durchgelassen hat, obwohl sicherlich der Verdacht hätte entstehen können, wir würden mit den Waren handeln wollen.

Aber wenn man schonmal keine Probleme hat, dann macht man sich eben welche! Schon im Zug vom Gate zum Kofferband bemerke ich, dass mein Pass irgendwie nicht mehr da ist wo ich ihn gelassen hab..Na toll, ich dumme Nuss, liegenlassen auf der Damentoilette. Und wie kommen wir da jetzt wieder hin? Wer schonmal in Peking auf dem Flughafen war, weiss was ich meine. Einfach zurückgehen geht nicht. Zu Fuss schon gar nicht. Es geht für Einreisende nur in eine Richtung: geradeaus. Im Zug, auf Laufbändern und Rolltreppen durch endlos erscheinende Gänge. Will man zurück...ja keine Ahnung wie das funktioniert. Wir haben es erst versucht, aber ziemlich schnell aufgegeben und dann eine Dame am Serviceschalter über mein Malheur informiert ("please wait, they have to take a look" aha ) und schon 1h später kam die Klofrau mit meinem Pass angerannt. Nochmal Glück gehabt! Koffer sind auch alle da, ab nach Hause.

Dort angekommen konnten wir dann ein paar Stunden später unseren herzallerliebsten Snoopy wieder in die Arme schliessen. Er sagte uns, dass sein Urlaub beim Patrick auch ganz toll war, aber trotzdem freut er sich wieder bei uns zu sein. Ausserdem hat er gerochen was wir ihm mitgebracht haben....

Heimaturlaub Teil1

09Juni2017

  

Wir waren das erste Mal seit unserer Ankunft in China wieder zu Hause. 

Die Wochen der emotionalen und logistischen Vorbereitung auf die Heimreise neigten sich dem Ende. Logistisch, weil wir vorhatten ziemlich viel aus Deutschland mitzubringen (auch wenn es viele nicht glauben wollen, aber man muss ganz ehrlich sagen: in Deutschland bekommt man so unglaublich gute Qualität und Produkte für so wenig Geld!) Also nehme ich gleich mal das Ergebnis unserer unglaublichen Tetris-Künste und des Packmarathons vorweg: wir flogen los mit knapp 20kg, verteilt auf 1 Koffer plus 2 exakt ineinanderpassenden Phantomkoffern (leer) inklusive Handgepäck. Wieder nach China eingereist sind wir mit ca. 90kg. Hat sich also auch diesbezüglich gelohnt.

Aber nochmal zum Anfang unserer Reise. Die begann nämlich mit einem nicht ganz so empfehlenswerten Flug einer chinesischen Fluggesellschaft (Stichwort: Congee. Solltet ihr in einer chinesischen Airline die Wahl zwischen chinesischem und was-Chinesen-für-europäisch-halten Frühstück haben: nehmt nicht das chinesische!) nach Paris- le-plus-Belle!

Die Akkordeon-begleitete Zugfahrt endete im Viertel Montmatre, etwas regnerisch und kühl, aber es hat so gut gerochen diese feuchte Luft! Da fühlten wir uns direkt wieder heimisch. Und da fing es an, unser Touri-Programm: am ersten Tag standen Sacre-Cœr, Montmatre und Baguette auf dem Plan. An den touristisch sehr belebten Orten standen jeweils schwerbewaffnete Polizisten bereit, die daran erinnerten, dass sich die Stadt immernoch im Ausnahmezustand befindet. Der Stimmung unter Touristen und Parisern tat das allerdings keinen merklichen Abbruch. 

Paris ist auch ein sehr beliebtes Ziel für Chinesen aka die Selfie-Nation ohne Rücksicht auf Verluste.

plötzlich schob sie sich ins bild

Tags darauf wollten wir bei etwas durchwachsenem Wetter zur Champs-Elysees und waren schon etwas beunruhigt als wir sahen, dass die Straße komplett leer war-alles abgesperrt, davor und in regelmäßigen Abständen die Straße entlang zig Polizisten mit Maschinengewehren. Hm? Ist was passiert? Ganz heißes Pflaster zurzeit, besser nicht langgehen? Reine Vorsichtsmaßnahme? Wir googelten und googleten (ha!wir sind wieder on-the-line und mit dem Rest der Welt verbunden!), aber keine neuen Scheckensmeldungen, aber auch sonst nichts bekanntgegeben. Nagut, wir wollten trotzdem gucken wie weit wir kommen. Nach ungefähr 300m machte unser Spaziergang ein jähes Ende vorm Absperrband. Na toll, kein rundrumkommen, die andere Seite ist auch abgesperrt...ratlose Menschen, was ist denn hier bloß los? Nach kurzer Denkpause im Park hörte ich Hufgetrappel. "Pferde!!!" , brüllte ich und rannte los Richtung Straße. Und da standen wir nun vor der französischen Nationalgarde die sich mit mindestens 100 Kriegsrössern und deren traditionell kostümierten Reitern in Reih und Glied auf der Champs-Elysees postierten. Spätestens als die Nationalhymne trompetet wurde fragten wir uns ob es nicht doch was offizielleres war. War es. Die Amtseinführung von Macron! fiel es uns wie Schuppen von den Augen. Ja gut, wenn wir schonmal hier sind, dann nehmen wir das natürlich mit. Es zog sich dann noch eine ganze Weile hin bis der frischgebackene Präsident dann die Menge begrüßte und aus dem Cabrio winkend die Straße hinunterfuhr. Aber war schon beeindruckend die Reaktionen der Leute aus nächster Nähe zu sehen. Manche haben geweint vor Freude und gaben alles um ganz nah dran zu kommen.

Am nächsten Tag (und alle darauffolgenden) wurden es dann 30Grad und Sonnenschein. Wir hatten schließlich Auftrag Sonne mitzubringen (es tut mir leid, dass sie zuhause jetzt wieder weg ist, wir haben sie scheinbar wieder mitgenommen..die 36Grad in Peking fühlen sich auch gar nicht so warm an, immernoch trocken). Also auf zur 3Tage Stadtrundfahrt mit Bootstour. Ich meine wir haben so ziemlich alles gesehen, oft auch nur von außen, was man sich als Tourist anschauen muss. Unsere Highlights: 

           Amtseinführung von Macron                 

Eiffelturm Paris von oben

natürlich waren wir im Louvre                                 Nôtre Dame

Wir landeten zufällig jeweils kurz vor der Messe in der Kirche Madeleine und Nôtre Dame und haben uns das gleich auch noch mit angesehen. 

Ein Highlight der besonderen Art war die Galerie Lafayette. Nicht mal wegen dem Bau und   Interieur an sich, sondern weil dort die Handelssprache chinesisch ist. Aber klar, da wo es Designerkleidung, Luxusartikel, überteuerten Schmuck und Uhren gibt sind auch die Chinesen nicht weit. Und da diese scheinbar den größten Umsatz machen, sitzt nicht nur an jedem Shop ein chinesischer Verkäufer, auch alle anderen Mitarbeiter sprechen fließend chinesisch. Und was dann dort an Tüten rausgeschleppt wird....Da merkt man dann, dass man in einer anderen Welt grossgeworden ist. 

Paris haben wir auf jeden Fall sehr genossen, haben artig auf dem Point-zéro gestanden (es heißt, dass man dann wiederkommt), es uns mit leckerstem Essen gut gehen lassen und ich konnte mein eingerostetes französisch wieder etwas aufpolieren. 

Beschwingt von den ganzen tollen Eindrücken und Erlebnissen ging unser Flug dann weiter nach Deutschland...

 

Wochenende in Datong

31Mai2017

Es ist zwar schon ein paar Wochen her, aber unser Kulturprogramm am Wochenende nach Qingming möchte ich euch nicht vorenthalten. Das war nämlich wirklich ein toller Ausflug.

Wir machten uns auf die Autofahrt in die Shaanxi-Provinz, nach Datong. Der Weg dorthin war trister als man sich vorstellen kann. Die Umgebung, die wir durchfuhren nachdem wir die schon frühlingshaft aufblühende Berglandschaft Pekings hinter uns gelassen hatten, glich einer braunen Mondlandschaft. Da wuchs nichts außer ein paar knorriger Bäume ( noch ohne Blätter), die immerhin tipptopp ausgebaute Straße ging nur geradeaus, das chinesische Radio mussten wir aufgrund akustischer Geschmacksdifferenzen ausschalten. Das waren superspannende 5 Stunden...Datong begrüßte uns schließlich mit seinem Industrieviertel voller qualmenden Fabriken. Schön hier...Datong ist nämlich eine der bedeutendsten Kohleproduzenten in China. Was aber nicht der Grund war dorthin zu fahren..außerdem beherbergt sie ein Unesco Weltkulturerbe und viele andere sehenswerte kulturelle Schätze Chinas. Und genau die wollten wir uns ansehen. 

Gleich nach besagtem Industrieviertel begann der schöne Teil von Datong. Der historische Stadtkern ist sehr schön saniert, traditionelle chinesische Bauten, Mauern, Türme, Plätze, Tempel, Klöster. Am ersten Tag stand aber was anderes auf dem Programm. Also erstmal ins Hotel (sah super aus, puh..ein Glück), kurz frisch gemacht und wieder ins Auto. 

Der Weg führt uns zu den Yungang Grotten. Sie bestehen aus über 53 Höhlen mit insgesamt mehr als 51000 Buddhas die vor 1500 Jahren in deren Steinwände gehauen wurden. Daher als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Die unterschiedlich großen teilweise colorierten Buddhas überziehen in manchen Höhlen alle Wände, was uns sehr beeindruckte. Es ist auch schwer in Worte zu fassen was dort geschaffen wurde, die Fotos sind leider kaum etwas geworden, aber hier eines von einem der größten Buddhas (Nr. 1, ca. 18m hoch).

War gar nicht so einfach was aufs Bild zu bekommenWusstet ihr dass Mr.T mongolischer Herrscher war?

Im Hotel zurück gab es zum hart verdienten Abendessen das beste brasilianische Barbecue weit und breit. Am nächsten Tag standen als die Sehenswürdigkeiten der Stadt auf dem Plan.  Als erstes der Huayan-Tempel mit seiner schönen hölzernen Pagode und einem Kellergeschoss was aus 100Tonnen Kupfer besteht. Natürlich auch voller Buddhas aus Kupfer.

Dann der 9-Dragon-Screen:

Und auf dem Weg zurück nach Peking besichtigten wir das hängende Kloster im Hengshan. Trotz meiner Höhenangst hab ich mich hochgetraut! Das Kloster hängt sprichwörtlich am Felsen in 50m Höhe, nur gestützt durch ein paar Holzpfeiler und das seit über 1500 Jahren. Wie gut, dass René mir erst nachdem wir beide oben waren sagte: "Ich kann mir das echt nicht erklären, das ist statisch eigentlich nicht möglich". 

Da hängts

Voller neuer Eindrücke und kulturell vorerst gesättigt traten wir die Weiterfahrt nach Hause an. Und dabei fiel uns wieder auf, wie froh man sein kann nicht im ländlichen China gestrandet zu sein. Dort ist nichtmal der Hund begraben und bis auf ein paar einsamen Bauern, die den Lehmacker bearbeiten und den ein oder anderen Eselkarren gibt es dort nicht allzu viel.

  

May the 4th be with you ?⚔️

04Mai2017

Hallo Leser, Freunde, Familie Kollegen und interessierte,

bei uns hat die Grillsaison begonnen. Vorher stand jedoch die Hiobs Aufgabe an, in China Gas für den Grill zu besorgen. Das die teuren Weber- OEM Anschlüsse fur den Grill nutzbar sind, hatte ich mir vorher schon aus dem Kopf geschlagen. Also die Nummer von Gasmann auf dem Blumenmarkt besorgt , natürlich über We chat, und angerufen. Dieser kam dann auch fix bei uns vorbei hat schnell festgestellt dass die Weber Anschlüsse für china Gasflaschen  nicht nutzbar sind. Dann ist er schnur strackst zur chinesischen Methode übergegangen. Im Klartext heißt dass, er hat erstmal mein 35 euro Gas-Schlauch aus Deutschland zerschnitten weil  der Schraubanschluss nicht passte. Dann hat er bemerkt, dass der Schlauch auch noch zu dünn ist und durch das Abschneiden des Adapters nicht größer wurde... Ähhh danke dafür. Dann besorgte er sich ein stück Gartenschlauch berechnet mir für 60 cm Gartenschlauch 6 euro, nimmt zwei schraubschellen und tüdelt das fest. Ok, irgendwie gehts. Also an den Grill und auf gehts. 

Als wir tags darauf mit snoopy spazieren waren haben wir folgendes Bild entdeckt. Uns war nicht ganz klar was das mit schwimmen zu tun hat und wir haben unseren Interpretationen freien lauf gelassen: " Fische beim schwimmen mit Handkanten schläge nieder zu strecken verboten. Ach und ... high five mit fischen ist auch untersagt, flosse geben auch nicht. Was fällt euch dazu noch ein? 

Damit auch mal ein Bildbeweis unserer tatsächlichen existenz erfolgt, ein bild von uns aus dem Konfuziustempel den wir am Montag angesehen haben. 

Zun Schluss noch ein visueller Nachtrag zum weißen Phänomen das bereits in einem Blogeintrag besprochen wurde. Der Bildbeweis für "Schnee" im Sommer:

(Von dem Schleckermaul mal abgesehen beziehe ich mich dabei auf die Pekinger-Pappel-Pollen-Plage)

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